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Was ist Maschinenplanung?

Maschinenplanung bezeichnet die zeitliche, kapazitive und organisatorische Planung von Maschinen, Anlagen, Produktionslinien und technischen Betriebsmitteln. Produktionsaufträge werden dabei geeigneten Maschinen und verfügbaren Zeitfenstern zugeordnet.

Eine strukturierte Maschinenplanung berücksichtigt nicht nur, ob eine Maschine frei ist. Sie prüft auch, ob die Anlage für den jeweiligen Auftrag technisch geeignet ist, welche Bearbeitungszeit benötigt wird und ob Werkzeuge, Vorrichtungen, Programme und qualifizierte Mitarbeiter zur Verfügung stehen.

Ziel ist es, Produktionsaufträge termingerecht auszuführen, Maschinenkapazitäten sinnvoll zu nutzen und unnötige Stillstands-, Warte- und Rüstzeiten zu reduzieren.

Mit einer digitalen Maschinenplanung lassen sich Maschinenbelegung, Produktionsaufträge, Wartungen und technische Ressourcen in einer gemeinsamen visuellen Planung koordinieren.

Welche Aufgaben gehören zur Maschinenplanung?

Die Aufgaben der Maschinenplanung unterscheiden sich je nach Produktionsart, Maschinenpark und Fertigungstiefe. Zu den wichtigsten Bereichen gehören:

  • Zuordnung von Produktionsaufträgen zu Maschinen
  • Planung der Maschinenbelegung
  • Berücksichtigung verfügbarer Maschinenkapazitäten
  • Prüfung technischer Maschineneigenschaften
  • Planung von Bearbeitungs- und Durchlaufzeiten
  • Berücksichtigung von Rüstzeiten
  • Planung von Wartungen und Inspektionen
  • Koordination von Werkzeugen und Vorrichtungen
  • Zuordnung qualifizierter Mitarbeiter
  • Priorisierung dringender Produktionsaufträge
  • Abstimmung mehrerer Produktionslinien
  • Reaktion auf Maschinenausfälle und Terminänderungen
  • Überwachung von Auftragsfortschritt und Maschinenstatus

Besonders anspruchsvoll wird die Maschinenplanung, wenn mehrere Maschinen unterschiedliche Fähigkeiten besitzen, Aufträge verschiedene Arbeitsschritte durchlaufen und begrenzte Werkzeuge oder Fachkräfte gemeinsam genutzt werden.

Welche Ressourcen müssen bei der Maschinenplanung berücksichtigt werden?

Eine Maschine kann nur produktiv eingesetzt werden, wenn alle für den Auftrag benötigten Ressourcen verfügbar sind. Deshalb umfasst Maschinenplanung mehr als die reine Reservierung eines Zeitfensters.

Maschinen und Anlagen

Zu den planbaren technischen Ressourcen können gehören:

  • CNC-Maschinen
  • Bearbeitungszentren
  • Fräsmaschinen
  • Drehmaschinen
  • Schweissanlagen
  • Laserschneidanlagen
  • Pressen
  • Spritzgussmaschinen
  • Druckmaschinen
  • Montagelinien
  • Verpackungsanlagen
  • Prüfstände
  • Produktionslinien

Bei der Auswahl einer Maschine müssen technische Eigenschaften und reale Kapazitäten berücksichtigt werden.

Werkzeuge und Vorrichtungen

Viele Aufträge benötigen zusätzliche Betriebsmittel, die nur begrenzt verfügbar sind:

  • Spannvorrichtungen
  • Formen und Werkzeuge
  • Fräs- und Drehwerkzeuge
  • Messmittel
  • Prüfvorrichtungen
  • Paletten
  • Werkzeugaufnahmen
  • Montagevorrichtungen
  • Sonderwerkzeuge

Eine Maschine kann frei sein und trotzdem nicht genutzt werden, wenn die benötigte Vorrichtung bereits bei einem anderen Auftrag eingesetzt wird.

NC-Programme und Arbeitsunterlagen

Bei automatisierten Bearbeitungsprozessen müssen die erforderlichen Programme und Unterlagen rechtzeitig verfügbar sein. Dazu gehören beispielsweise:

  • NC-Programme
  • Arbeitspläne
  • Zeichnungen
  • Stücklisten
  • Prüfanweisungen
  • Rüstanweisungen
  • Qualitätsvorgaben
  • Maschinenparameter

Fehlende oder nicht freigegebene Unterlagen können den geplanten Produktionsbeginn verzögern.

Mitarbeiter und Qualifikationen

Für die Bedienung, Einrichtung oder Überwachung einer Maschine werden qualifizierte Mitarbeiter benötigt. Dazu gehören beispielsweise:

  • Maschinenbediener
  • Einrichter
  • Programmierer
  • Werkzeugmacher
  • Instandhaltungstechniker
  • Qualitätsprüfer
  • Produktionsleiter
  • Schichtführer

Bei der Personaleinsatzplanung müssen Schichten, Qualifikationen, Abwesenheiten und bereits geplante Tätigkeiten berücksichtigt werden.

Materialien und Vorprodukte

Ein Produktionsauftrag kann nur beginnen, wenn die erforderlichen Materialien oder Vorprodukte verfügbar und freigegeben sind.

Dazu können gehören:

  • Rohmaterialien
  • Halbfabrikate
  • Bauteile
  • Verbrauchsmaterialien
  • Verpackungsmaterialien
  • Hilfs- und Betriebsstoffe

Fehlendes Material führt häufig dazu, dass reservierte Maschinenzeit nicht genutzt werden kann.

Wie läuft eine Maschinenplanung ab?

Eine professionelle Maschinenplanung erfolgt in mehreren aufeinander abgestimmten Schritten.

1. Produktionsauftrag erfassen

Zunächst werden die für die Planung relevanten Auftragsdaten erfasst. Dazu können gehören:

  • Auftragsnummer
  • Kunde
  • Produkt oder Artikel
  • Auftragsmenge
  • gewünschter Liefertermin
  • Priorität
  • geplante Bearbeitungszeit
  • benötigte Arbeitsschritte

2. Geeignete Maschine bestimmen

Anschliessend wird geprüft, welche Maschine den Auftrag technisch bearbeiten kann.

Entscheidende Kriterien können sein:

  • Maschinentyp
  • Arbeitsbereich
  • Leistung
  • Bearbeitungsgenauigkeit
  • Werkzeugausstattung
  • Produktionsgeschwindigkeit
  • Materialeignung
  • verfügbare Programme

Nicht jede freie Maschine ist automatisch für jeden Auftrag geeignet.

3. Maschinenkapazität prüfen

Die Planung muss die tatsächlich verfügbare Kapazität berücksichtigen. Eine Maschine kann beispielsweise durch Schichtzeiten, Wartungen, technische Einschränkungen oder fehlendes Bedienpersonal nur zeitweise verfügbar sein.

Massgeblich ist deshalb nicht die theoretische Maschinenleistung, sondern die reale Kapazität im jeweiligen Planungszeitraum.

4. Bearbeitungs- und Rüstzeiten einplanen

Vor der eigentlichen Bearbeitung muss eine Maschine häufig eingerichtet oder umgerüstet werden.

Typische Rüstvorgänge sind:

  • Werkzeugwechsel
  • Formwechsel
  • Reinigung
  • Materialwechsel
  • Programmwechsel
  • Einrichtung von Spannmitteln
  • Kalibrierung
  • Probelauf und Erstteilprüfung

Rüstzeiten müssen als eigener Bestandteil der Maschinenbelegung berücksichtigt werden. Andernfalls ist der geplante Produktionsbeginn unrealistisch.

5. Mitarbeiter und Betriebsmittel zuordnen

Zur Maschinenzeit werden die benötigten Mitarbeiter, Werkzeuge, Vorrichtungen und Prüfmittel eingeplant.

Dadurch wird verhindert, dass ein Auftrag zwar auf einer Maschine reserviert ist, aber wegen fehlender Zusatzressourcen nicht gestartet werden kann.

6. Reihenfolge der Aufträge festlegen

Die Auftragsreihenfolge beeinflusst Liefertermine, Rüstaufwand und Maschinenauslastung.

Mögliche Priorisierungskriterien sind:

  • Liefertermin
  • Auftragspriorität
  • Kundenzusage
  • Materialverfügbarkeit
  • Rüstfamilie
  • Bearbeitungsdauer
  • nachfolgende Produktionsschritte
  • Verfügbarkeit weiterer Ressourcen

7. Produktionsfortschritt überwachen

Während der Fertigung wird geprüft, ob der Auftrag wie geplant beginnt, läuft und abgeschlossen wird.

Abweichungen können entstehen durch:

  • Maschinenstörungen
  • Qualitätsprobleme
  • fehlendes Material
  • Personalausfälle
  • verlängerte Bearbeitungszeiten
  • dringende Zusatzaufträge

8. Planung bei Änderungen aktualisieren

Bei Störungen oder Prioritätsänderungen müssen Aufträge verschoben, auf andere Maschinen verteilt oder neu priorisiert werden.

Eine zentrale Planung zeigt dabei, welche nachfolgenden Aufträge, Mitarbeiter und Liefertermine von der Änderung betroffen sind.

Praxisbeispiel einer Maschinenplanung

Ein Metallverarbeitungsunternehmen plant mehrere Fertigungsaufträge auf drei CNC-Bearbeitungszentren.

Ein dringender Kundenauftrag soll kurzfristig eingeschoben werden. Zwei Maschinen wären grundsätzlich für das Bauteil geeignet. Eine Maschine ist jedoch für eine Wartung gesperrt. Auf der zweiten Maschine läuft ein Auftrag, dessen Bearbeitungszeit länger dauert als geplant.

Zusätzlich wird für den neuen Auftrag eine spezielle Spannvorrichtung benötigt, die derzeit auf einer dritten Maschine eingesetzt wird.

Mit einer zentralen Maschinenplanung erkennt der Produktionsleiter:

  • welche Maschinen technisch für den Auftrag geeignet sind
  • wann die benötigte Spannvorrichtung verfügbar wird
  • welche bestehenden Aufträge verschoben werden müssten
  • welche Liefertermine durch die Umplanung gefährdet sind
  • welcher qualifizierte Maschinenbediener verfügbar ist
  • ob eine zusätzliche Schicht erforderlich ist

Der dringende Auftrag kann in ein realistisches Zeitfenster eingeplant werden, ohne eine nicht verfügbare Maschine oder Vorrichtung zu reservieren.

Was ist digitale Maschinenplanung?

Bei der digitalen Maschinenplanung werden Maschinen, Produktionsaufträge, Mitarbeiter, Werkzeuge, Wartungen und Termine in einer zentralen Software geplant und verwaltet.

Eine digitale Plantafel kann beispielsweise folgende Informationen darstellen:

  • freie und belegte Maschinenzeiten
  • laufende und geplante Produktionsaufträge
  • Auftragsprioritäten
  • Bearbeitungs- und Rüstzeiten
  • Maschinenstatus
  • Wartungs- und Störungszeiten
  • verfügbare Mitarbeiter
  • Werkzeuge und Vorrichtungen
  • Materialverfügbarkeit
  • Liefertermine
  • Planabweichungen

Dadurch arbeiten Arbeitsvorbereitung, Produktionsplanung, Fertigung, Instandhaltung und Qualitätsmanagement mit einem gemeinsamen Planungsstand.

Maschinenplanung mit Excel oder digitaler Plantafel?

Viele Unternehmen beginnen die Maschinenbelegung mit Excel, Kalendern oder manuellen Plantafeln. Für wenige Maschinen und eine geringe Anzahl von Aufträgen kann dies zunächst ausreichend sein.

Mit zunehmender Fertigungskomplexität entstehen jedoch typische Probleme:

  • mehrere Versionen derselben Maschinenplanung
  • fehlende Echtzeitinformationen
  • Doppelbelegungen
  • übersehene Wartungszeiten
  • nicht berücksichtigte Rüstzeiten
  • fehlende Verbindung zwischen Maschine, Auftrag und Personal
  • schwer erkennbare Kapazitätsengpässe
  • hoher Aufwand bei kurzfristigen Änderungen
  • unklare Auswirkungen auf Liefertermine

Eine digitale Plantafel verbindet Maschinenbelegung, Auftragsplanung und Ressourcenplanung. Änderungen können zentral durchgeführt und für alle berechtigten Beteiligten unmittelbar sichtbar gemacht werden.

Unterschied zwischen Maschinenplanung und Produktionsplanung

Maschinenplanung und Produktionsplanung sind eng miteinander verbunden, haben aber unterschiedliche Schwerpunkte.

Die Maschinenplanung konzentriert sich vor allem auf:

  • Belegung einzelner Maschinen und Anlagen
  • Maschinenkapazitäten
  • Rüst- und Bearbeitungszeiten
  • technische Eignung
  • Wartungen und Störungen
  • Werkzeuge und Vorrichtungen

Die Produktionsplanung umfasst zusätzlich:

  • gesamte Produktionsaufträge
  • Materialbedarf
  • Arbeitsfolgen
  • Personalbedarf
  • Liefertermine
  • Bestände und Vorprodukte
  • übergreifende Fertigungsprozesse

Die Maschinenplanung ist somit ein zentraler Teilbereich der Produktionsplanung.

Unterschied zwischen Maschinenplanung und Kapazitätsplanung

Die Kapazitätsplanung vergleicht den erwarteten Kapazitätsbedarf mit den verfügbaren personellen und technischen Kapazitäten.

Die Maschinenplanung setzt diese Kapazitätsbetrachtung konkret um. Sie legt fest, welcher Auftrag zu welchem Zeitpunkt auf welcher Maschine ausgeführt wird.

Beispiel: Die Kapazitätsplanung zeigt, dass in der kommenden Woche 180 Maschinenstunden benötigt werden, aber nur 150 Stunden verfügbar sind. Die Maschinenplanung zeigt, auf welchen Anlagen der Engpass entsteht und welche Aufträge verschoben oder auf alternative Maschinen verteilt werden können.

Unterschied zwischen Maschinenplanung und Feinplanung

Die Feinplanung koordiniert Produktionsaufträge detailliert nach Maschinen, Ressourcen und konkreten Zeitfenstern.

Während eine übergeordnete Produktionsplanung häufig tage- oder wochenweise arbeitet, betrachtet die Feinplanung einzelne Arbeitsschritte, Maschinenbelegungen und Bearbeitungsfolgen genauer.

Zur Feinplanung gehören beispielsweise:

  • exakte Start- und Endzeiten
  • Reihenfolge einzelner Aufträge
  • Rüstzeitoptimierung
  • Berücksichtigung von Abhängigkeiten
  • Zuordnung von Mitarbeitern
  • Planung begrenzter Werkzeuge
  • Reaktion auf kurzfristige Abweichungen

Die Maschinenplanung bildet häufig die operative Grundlage dieser Feinplanung.

Maschinenplanung und Ressourcenplanung

Die Ressourcenplanung koordiniert Mitarbeiter, Maschinen, Werkzeuge, Räume und weitere Betriebsmittel.

Die Maschinenplanung konzentriert sich innerhalb dieser übergeordneten Ressourcenplanung auf die technischen Produktionsmittel und ihre Belegung.

Beispiel: Die Maschinenplanung zeigt, dass eine Fräsmaschine am Dienstag verfügbar ist. Die Ressourcenplanung prüft zusätzlich, ob ein Bediener, die benötigte Vorrichtung und das passende Messgerät ebenfalls verfügbar sind.

Maschinenplanung und Personaleinsatzplanung

Eine Maschine kann nur produktiv genutzt werden, wenn ausreichend qualifizierte Mitarbeiter zur Verfügung stehen.

Bei der gemeinsamen Planung müssen unter anderem berücksichtigt werden:

  • Schichtmodelle
  • Qualifikationen
  • Maschineneinweisungen
  • Abwesenheiten
  • Pausen und Arbeitszeiten
  • Mehrmaschinenbedienung
  • Einrichter und Programmierer
  • Instandhaltungspersonal

Eine Maschine kann technisch verfügbar sein, aber wegen fehlenden Bedienpersonals dennoch nicht eingeplant werden.

Maschinenplanung und Wartungsplanung

Wartungen und Inspektionen müssen als feste Sperrzeiten in der Maschinenbelegung berücksichtigt werden.

Zu den planbaren Wartungsaufgaben gehören:

  • regelmässige Inspektionen
  • vorbeugende Wartung
  • Werkzeugwechsel
  • Reinigung
  • Kalibrierung
  • Sicherheitsprüfungen
  • Softwareupdates
  • Reparaturen
  • ungeplante Störungsbehebung

Eine abgestimmte Wartungsplanung reduziert ungeplante Ausfälle und verhindert, dass Produktionsaufträge während eines geplanten Maschinenstillstands eingeplant werden.

Maschinenplanung und Shopfloor-Management

Das Shopfloor-Management schafft Transparenz über laufende Produktionsprozesse direkt am Ort der Wertschöpfung.

Die Maschinenplanung liefert dafür wichtige Informationen:

  • welcher Auftrag auf welcher Maschine läuft
  • welche Aufträge als Nächstes folgen
  • wo Verzögerungen entstehen
  • welche Maschine gestört ist
  • welcher Auftrag priorisiert werden muss
  • welche Kapazitäten verfügbar sind

Planung und Shopfloor-Management ergänzen sich. Die Maschinenplanung legt die vorgesehene Belegung fest. Das Shopfloor-Management macht den aktuellen Produktionsstatus und Abweichungen sichtbar.

Maschinenplanung und Projektplanung

Maschinen werden nicht nur für Serien- oder Einzelaufträge eingesetzt. Sie können auch Bestandteil grösserer Projekte sein.

Die Projektplanung koordiniert Aufgaben, Termine, Meilensteine und Ressourcen eines Projekts. Die Maschinenplanung stellt sicher, dass benötigte Anlagen in den vorgesehenen Projektphasen verfügbar sind.

Dies ist beispielsweise relevant bei:

  • Prototypenfertigung
  • Werkzeugbau
  • Sondermaschinenbau
  • Versuchsreihen
  • Forschungs- und Entwicklungsprojekten
  • kundenspezifischer Einzelfertigung

Rüstzeiten in der Maschinenplanung

Rüstzeiten sind Zeiträume, in denen eine Maschine für einen neuen Auftrag vorbereitet wird. Während dieser Zeit produziert die Maschine keine verkaufsfähigen Teile.

Rüstzeiten können entstehen durch:

  • Werkzeugwechsel
  • Formwechsel
  • Reinigung
  • Materialwechsel
  • Änderung von Maschinenparametern
  • Aufbau von Vorrichtungen
  • Programmwechsel
  • Erstteilprüfung

Eine sinnvolle Auftragsreihenfolge kann Rüstzeiten reduzieren. Werden beispielsweise ähnliche Produkte oder Materialien nacheinander gefertigt, sind weniger umfangreiche Umstellungen erforderlich.

Die Reduzierung von Rüstzeiten darf jedoch nicht isoliert betrachtet werden. Liefertermine und Auftragsprioritäten müssen weiterhin eingehalten werden.

Maschinenfähigkeiten und Plausibilitätsprüfung

Bei der Maschinenzuordnung muss geprüft werden, ob eine Maschine den vorgesehenen Auftrag technisch ausführen kann.

Zu den möglichen Maschinenfähigkeiten und Einschränkungen gehören:

  • maximale Werkstückgrösse
  • zulässiges Werkstückgewicht
  • Bearbeitungsgenauigkeit
  • verarbeitbare Materialien
  • verfügbare Werkzeuge
  • Spindelleistung
  • Produktionsgeschwindigkeit
  • Temperatur- oder Reinraumanforderungen
  • notwendige Zertifizierungen
  • verfügbarer Arbeitsraum

Eine Plausibilitätsprüfung verhindert, dass Aufträge auf ungeeigneten Maschinen eingeplant werden.

Parallele und mehrstufige Maschinenbelegung

Viele Produktionsaufträge durchlaufen mehrere Arbeitsschritte auf unterschiedlichen Maschinen.

Ein Bauteil kann beispielsweise folgende Stationen benötigen:

  1. Zuschnitt
  2. Fräsen
  3. Bohren
  4. Oberflächenbehandlung
  5. Qualitätsprüfung
  6. Montage

Die Planung muss sicherstellen, dass Folgearbeitsgänge nicht beginnen, bevor der vorherige Schritt abgeschlossen ist.

Gleichzeitig können mehrere Maschinen parallel an unterschiedlichen Aufträgen arbeiten. Dadurch entstehen Abhängigkeiten, die in einer einfachen Maschinenliste nur schwer erkennbar sind.

Typische Fehler bei der Maschinenplanung

Es wird nur die theoretische Kapazität betrachtet

Schichtzeiten, Wartungen, Störungen, Pausen oder fehlendes Bedienpersonal werden nicht berücksichtigt.

Rüstzeiten fehlen

Aufträge werden ohne Zeit für Werkzeugwechsel, Reinigung oder Einrichtung direkt hintereinander eingeplant.

Maschinenfähigkeiten werden nicht geprüft

Ein Auftrag wird auf einer freien, aber technisch ungeeigneten Maschine platziert.

Werkzeuge und Vorrichtungen werden doppelt belegt

Mehrere Maschinen benötigen gleichzeitig dasselbe begrenzt verfügbare Betriebsmittel.

Wartungstermine werden übersehen

Ein Produktionsauftrag wird während einer geplanten Inspektion oder Reparatur eingeplant.

Personalverfügbarkeit wird getrennt geplant

Die Maschine ist frei, aber es steht kein qualifizierter Bediener oder Einrichter zur Verfügung.

Materialverfügbarkeit wird nicht berücksichtigt

Maschinenzeit wird reserviert, obwohl das benötigte Rohmaterial noch nicht eingetroffen oder freigegeben ist.

Abhängigkeiten zwischen Arbeitsschritten fehlen

Ein Folgeauftrag wird eingeplant, obwohl das benötigte Vorprodukt noch nicht fertiggestellt ist.

Störungen werden nicht zentral kommuniziert

Arbeitsvorbereitung, Fertigung und Vertrieb arbeiten mit unterschiedlichen Informationen über Maschinenstatus und Liefertermine.

Welche Vorteile bietet eine digitale Maschinenplanung?

Eine digitale Maschinenplanung bietet Produktionsunternehmen unter anderem folgende Vorteile:

  • zentrale Übersicht über Maschinen und Aufträge
  • transparentere Maschinenbelegung
  • frühzeitige Erkennung von Kapazitätsengpässen
  • weniger Doppelbelegungen
  • bessere Berücksichtigung von Wartungen
  • schnellere Reaktion auf Maschinenausfälle
  • realistischere Lieferterminplanung
  • bessere Koordination von Personal und Betriebsmitteln
  • reduzierte Stillstands- und Leerzeiten
  • nachvollziehbare Planänderungen
  • höhere Transparenz zwischen Planung und Fertigung
  • bessere Nutzung vorhandener Maschinenkapazitäten

Der Nutzen steigt insbesondere bei mehreren Maschinen, unterschiedlichen Maschinenfähigkeiten, häufigen Rüstvorgängen oder kurzfristigen Änderungen der Auftragspriorität.

Wichtige Kennzahlen der Maschinenplanung

Maschinenauslastung

Die Maschinenauslastung zeigt, wie stark die verfügbare Maschinenzeit produktiv genutzt wird.

Maschinenverfügbarkeit

Die Maschinenverfügbarkeit beschreibt, wie viel der geplanten Zeit eine Maschine tatsächlich einsatzbereit ist.

Stillstandszeit

Die Stillstandszeit erfasst Zeiträume, in denen eine Maschine aufgrund von Störungen, Wartungen, fehlendem Material oder fehlendem Personal nicht produziert.

Rüstzeit

Die Rüstzeit zeigt, wie viel Zeit für die Vorbereitung einer Maschine zwischen zwei Produktionsaufträgen benötigt wird.

Bearbeitungszeit

Die Bearbeitungszeit beschreibt die tatsächliche Dauer der maschinellen Bearbeitung eines Auftrags oder Bauteils.

Durchlaufzeit

Die Durchlaufzeit umfasst den Zeitraum vom Beginn eines Auftrags bis zum Abschluss aller erforderlichen Bearbeitungsschritte.

Termintreue

Die Termintreue zeigt, wie häufig Produktionsaufträge innerhalb des geplanten Zeitraums abgeschlossen werden.

Störungsquote

Die Störungsquote setzt ungeplante Ausfälle oder Störungszeiten in Beziehung zur verfügbaren Maschinenzeit.

Wartungsquote

Die Wartungsquote zeigt, welcher Anteil der verfügbaren Zeit für geplante Wartungs- und Instandhaltungsmassnahmen verwendet wird.

Kapazitätsauslastung

Die Kapazitätsauslastung vergleicht den eingeplanten Maschinenbedarf mit der real verfügbaren Maschinenkapazität.

Auftragsrückstand

Der Auftragsrückstand zeigt, welche Produktionsaufträge nicht innerhalb des geplanten Zeitfensters bearbeitet wurden.

Für welche Unternehmen eignet sich digitale Maschinenplanung?

Eine digitale Maschinenplanung eignet sich besonders für:

  • Maschinenbauunternehmen
  • Metallverarbeiter
  • Kunststoffverarbeiter
  • Werkzeug- und Formenbauer
  • Automobilzulieferer
  • Druckereien
  • Lebensmittelproduzenten
  • Verpackungsunternehmen
  • Elektronikfertiger
  • Holzverarbeiter
  • Montagebetriebe
  • Auftragsfertiger
  • Unternehmen mit mehreren Produktionslinien
  • Unternehmen mit gemeinsam genutzten Werkzeugen und Vorrichtungen

Entscheidend ist weniger die Unternehmensgrösse als die Komplexität der Fertigung. Bereits kleinere Produktionsbetriebe profitieren, wenn mehrere Maschinen, Aufträge und Zusatzressourcen gleichzeitig koordiniert werden müssen.

Maschinenplanung mit Visual Planning

Mit Visual Planning für die Maschinenplanung lassen sich Maschinen, Produktionsaufträge, Mitarbeiter, Werkzeuge, Wartungen und Zeitfenster in einer zentralen visuellen Plantafel darstellen.

Unternehmen können unterschiedliche Ansichten für Arbeitsvorbereitung, Produktionsleitung, Fertigung, Instandhaltung oder Management einrichten.

Je nach Konfiguration können unter anderem folgende Informationen berücksichtigt werden:

  • Maschine und Maschinenstatus
  • Produktionsauftrag und Kunde
  • Artikel und Auftragsmenge
  • Bearbeitungs- und Rüstzeiten
  • Auftragspriorität
  • Liefertermin
  • Maschinenfähigkeiten
  • Mitarbeiter und Qualifikationen
  • Werkzeuge und Vorrichtungen
  • Wartungs- und Störungszeiten
  • Auftragsfortschritt
  • Dokumente und ergänzende Informationen

Planänderungen können per Drag-and-drop durchgeführt werden. Dadurch lassen sich dringende Aufträge, Maschinenausfälle oder veränderte Liefertermine schneller berücksichtigen.

Zeichnungen, Arbeitsanweisungen, Prüfberichte und weitere Dateien können mit der integrierten Dokumentenverwaltung direkt mit Maschinen, Aufträgen oder Terminen verknüpft werden.

Mit der mobilen Anwendung VPGo können berechtigte Mitarbeiter aktuelle Aufgaben und Produktionsinformationen über Smartphone oder Tablet abrufen und abhängig von ihren Benutzerrechten Statusänderungen, Arbeitszeiten, Fotos oder weitere Rückmeldungen erfassen.

Über VPPortal kann ausgewählten Mitarbeitern, Partnern oder Kunden ein webbasierter Zugriff auf relevante Produktions- und Planungsinformationen bereitgestellt werden.

Häufig gestellte Fragen zur Maschinenplanung

Was versteht man unter Maschinenplanung?

Maschinenplanung bezeichnet die zeitliche und kapazitive Zuordnung von Produktionsaufträgen zu Maschinen, Anlagen und Produktionslinien.

Welche Aufgaben gehören zur Maschinenplanung?

Zur Maschinenplanung gehören Maschinenbelegung, Kapazitätsplanung, Auftragszuordnung, Rüstzeitplanung, Wartungsplanung, Personalzuordnung und Überwachung des Produktionsfortschritts.

Was ist digitale Maschinenplanung?

Digitale Maschinenplanung koordiniert Maschinen, Aufträge, Mitarbeiter, Werkzeuge, Wartungen und Termine in einer zentralen Software.

Was ist der Unterschied zwischen Maschinenplanung und Produktionsplanung?

Die Maschinenplanung konzentriert sich auf die Belegung und Verfügbarkeit einzelner Maschinen. Die Produktionsplanung umfasst zusätzlich Material, Personal, Arbeitsfolgen, Bestände und übergreifende Fertigungsprozesse.

Was ist der Unterschied zwischen Maschinenplanung und Feinplanung?

Die Feinplanung steuert einzelne Produktionsaufträge detailliert nach Maschinen, Ressourcen und Zeitfenstern. Die Maschinenplanung bildet dabei häufig die operative Grundlage.

Wie werden geeignete Maschinen ausgewählt?

Bei der Auswahl werden Maschinenfähigkeiten, Arbeitsbereich, Leistung, Genauigkeit, Werkzeugausstattung, Materialeignung und verfügbare Kapazität berücksichtigt.

Warum müssen Rüstzeiten eingeplant werden?

Während eines Werkzeug-, Material- oder Programmwechsels steht die Maschine nicht für die eigentliche Produktion zur Verfügung. Ohne Rüstzeiten entstehen unrealistische Belegungspläne.

Wie hilft Maschinenplanung bei einem Maschinenausfall?

Betroffene Aufträge können identifiziert, verschoben oder geeigneten Ersatzmaschinen zugeordnet werden. Auswirkungen auf nachfolgende Aufträge und Liefertermine werden sichtbar.

Welche Ressourcen können zusätzlich zu Maschinen geplant werden?

Zusätzlich können Mitarbeiter, Werkzeuge, Vorrichtungen, Messmittel, Materialien, Wartungen, Produktionsaufträge und Dokumente berücksichtigt werden.

Kann eine Maschinenplanung mehrere Produktionslinien abbilden?

Ja. Maschinen, Anlagen und Produktionslinien können parallel geplant und in übergreifenden Ansichten miteinander verglichen werden.

Ist digitale Maschinenplanung nur für grosse Industriebetriebe geeignet?

Nein. Auch kleinere Fertigungsunternehmen profitieren, wenn mehrere Maschinen, Aufträge, Werkzeuge oder Mitarbeiter gleichzeitig koordiniert werden müssen.

Fazit

Eine strukturierte Maschinenplanung verbindet Maschinen, Produktionsaufträge, Mitarbeiter, Werkzeuge, Wartungen und Liefertermine zu einem realistischen Belegungsplan.

Sie unterstützt Produktionsunternehmen dabei, geeignete Maschinen auszuwählen, Kapazitätsengpässe frühzeitig zu erkennen und schneller auf Störungen oder Prioritätsänderungen zu reagieren.

Mit zunehmender Anzahl von Maschinen, Aufträgen und Abhängigkeiten stossen Excel-Listen und manuelle Plantafeln schnell an ihre Grenzen. Eine digitale Maschinenplanung verbessert die Transparenz, reduziert Doppelbelegungen und schafft eine zuverlässigere Grundlage für Feinplanung und Produktionssteuerung.

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