Welche Ressourcenplanung passt zu Ihrem Unternehmen? Die Antwort hängt nicht allein von Funktionsumfang oder Preis einer Software ab. Entscheidend sind die vorhandenen Planungsprozesse, die zu koordinierenden Ressourcen, bestehende IT-Systeme und der Aufwand, der heute durch Planung, Abstimmung und kurzfristige Änderungen entsteht.
Diese Entscheidungshilfe führt Sie zu den wichtigsten Fragen rund um die Auswahl einer Ressourcenplanungssoftware. Sie können direkt bei dem Thema einsteigen, das für Ihre aktuelle Entscheidung relevant ist.
Welche Frage möchten Sie klären?
Ressourcenplanungssoftware vergleichen
Welche Funktionen sind wirklich wichtig? Vergleichen Sie Lösungen anhand von zwölf Auswahlkriterien zu Ressourcen, Bedienung, Kapazitäten, Schnittstellen, Kosten und Skalierbarkeit.
12 Auswahlkriterien ansehen → 02Excel behalten oder wechseln?
Excel kann für einfache Planungsaufgaben vollkommen ausreichen. Prüfen Sie, wann steigende Komplexität, mehr Benutzer oder häufige Änderungen für eine spezialisierte Ressourcenplanung sprechen.
Visual Planning und Excel vergleichen → 03ERP/PPS oder separate Plantafel?
Prüfen Sie, wann die vorhandene Planung im ERP oder PPS ausreicht und wann eine zusätzliche grafische Plantafel für die operative Ressourcenplanung sinnvoll sein kann.
ERP/PPS und Plantafel vergleichen → 04Welche Kosten entstehen?
Lizenzkosten sind nur ein Teil der Investition. Berücksichtigen Sie auch Einrichtung, Schnittstellen, Datenmigration, Schulung, internen Projektaufwand und laufenden Betrieb.
Kosten der Einführung prüfen → 05Cloud, Hosting oder On-Premises?
Vergleichen Sie die Betriebsformen nach IT-Aufwand, Kontrolle, Sicherheit, Integration, Updates, Verfügbarkeit und Kostenstruktur.
Betriebsformen vergleichen → 06Ressourcenplanung im Maschinenbau
Maschinen, Mitarbeiter, Werkzeuge, Arbeitsgänge und Aufträge gemeinsam planen. Prüfen Sie, wann ERP oder PPS ausreichen und wann eine ergänzende Planung sinnvoll wird.
Entscheidungshilfe Maschinenbau → 07Ressourcenplanung für Bauunternehmen
Mitarbeiter, Kolonnen, Geräte, Fahrzeuge und Baustellen koordinieren. Prüfen Sie, wann eine zentrale Ressourcenplanung zusätzlichen Nutzen bringen kann.
Entscheidungshilfe Bauunternehmen → 08Ressourcenplanung für Service und Außendienst
Techniker, Serviceaufträge, Qualifikationen, Fahrzeuge und Einsatzorte koordinieren. Besonders relevant bei häufigen Änderungen und mehreren Disponenten.
Entscheidungshilfe Service und Außendienst →Wo stehen Sie aktuell bei Ihrer Planung?
Nicht jedes Unternehmen beginnt mit derselben Ausgangssituation. Der sinnvollste nächste Schritt hängt davon ab, wie heute geplant wird.
Sie planen mit Excel
Ihre Tabellen funktionieren grundsätzlich, werden aber zunehmend komplex? Dann sollten Sie zuerst prüfen, ob die vorhandene Excel-Planung noch zuverlässig und mit vertretbarem Aufwand betrieben werden kann.
Excel oder Visual Planning vergleichen →Sie besitzen bereits ein ERP oder PPS
Eine zusätzliche Ressourcenplanung sollte nur eingeführt werden, wenn die vorhandenen Planungsfunktionen einen konkreten Bedarf nicht ausreichend abdecken.
ERP/PPS oder Plantafel vergleichen →Sie vergleichen verschiedene Lösungen
Definieren Sie zunächst einheitliche Auswahlkriterien. So vermeiden Sie, unterschiedliche Produkte nur anhand langer Funktionslisten zu vergleichen.
Zu den 12 Auswahlkriterien →Sie benötigen eine Budgetplanung
Betrachten Sie nicht nur Lizenzpreise. Einrichtung, Datenmigration, Schnittstellen, Schulung und laufender Betrieb können einen wesentlichen Teil der Gesamtkosten ausmachen.
Kosten der Ressourcenplanung prüfen →Wann reicht eine einfache Planungslösung aus?
Eine spezialisierte Ressourcenplanungssoftware ist nicht für jedes Unternehmen notwendig.
Excel, Kalender oder vorhandene Funktionen eines ERP-, PPS- oder Service-Systems können weiterhin eine gute Lösung sein, wenn die Planung überschaubar bleibt.
Eine einfache Lösung kann ausreichen, wenn:
- nur wenige Ressourcen geplant werden,
- eine einzelne Person für die Planung verantwortlich ist,
- Termine und Kapazitäten relativ stabil bleiben,
- wenige Abhängigkeiten zwischen Ressourcen bestehen,
- keine umfangreichen Schnittstellen benötigt werden,
- alle Beteiligten zuverlässig mit einem aktuellen Planungsstand arbeiten.
Entscheidend: Die Unternehmensgröße allein sagt wenig darüber aus, welche Planungslösung benötigt wird. Wichtiger ist die tatsächliche Komplexität des Planungsprozesses.
Wann wird spezialisierte Ressourcenplanung interessant?
Mit zunehmender Planungskomplexität entstehen häufig zusätzliche manuelle Arbeitsschritte. Daten werden mehrfach gepflegt, Änderungen müssen abgestimmt und Konflikte manuell gesucht werden.
Typische Warnsignale sind:
- mehrere Personen verändern dieselbe Planung,
- mehrere Excel-Dateien oder Kalender werden parallel geführt,
- freie Kapazitäten sind nur schwer erkennbar,
- Doppelbelegungen treten regelmäßig auf,
- kurzfristige Umplanungen verursachen hohen Abstimmungsaufwand,
- Mitarbeiter, Maschinen, Fahrzeuge oder andere Ressourcen müssen gemeinsam geplant werden,
- Daten werden manuell zwischen unterschiedlichen Systemen übertragen.
Je mehr dieser Punkte zutreffen, desto sinnvoller wird es, eine zentrale Ressourcenplanung zu prüfen.
Die fünf wichtigsten Fragen vor der Softwareauswahl
Was soll geplant werden?
Mitarbeiter, Maschinen, Fahrzeuge, Räume, Werkzeuge, Projekte oder mehrere Ressourcenarten gleichzeitig?
Welches Problem soll gelöst werden?
Fehlt Übersicht, entstehen Doppelbelegungen, kostet Umplanung zu viel Zeit oder werden Daten mehrfach gepflegt?
Welche Systeme existieren bereits?
ERP, PPS, CRM, Personalsoftware, Service-Systeme und weitere Anwendungen sollten bei der Auswahl berücksichtigt werden.
Welche Daten müssen ausgetauscht werden?
Nicht jede technisch mögliche Schnittstelle ist notwendig. Entscheidend ist, welche Informationen für den Planungsprozess wirklich benötigt werden.
Wie komplex darf die Einführung sein?
Eine flexible Lösung kann mehr Möglichkeiten bieten, benötigt aber gegebenenfalls mehr Konfiguration, Integration und Schulung.
Welche Daten benötigt eine Ressourcenplanung?
Eine neue Planung sollte nicht automatisch sämtliche vorhandenen Unternehmensdaten übernehmen.
Benötigt werden nur Informationen, die für Planung, Verfügbarkeit, Zuordnung oder Entscheidungen tatsächlich relevant sind.
Typische Ressourcenstammdaten sind:
- Mitarbeiter und Teams,
- Maschinen und Anlagen,
- Fahrzeuge,
- Werkzeuge und Betriebsmittel,
- Räume und Arbeitsplätze,
- Qualifikationen,
- Standorte und Kalender.
Typische Planungsdaten sind:
- Aufträge und Projekte,
- Termine,
- Dauer,
- Prioritäten,
- Status,
- Ressourcenzuordnungen,
- Verfügbarkeiten und Kapazitäten.
Welche Integrationen sollten geprüft werden?
Viele Unternehmen verfügen bereits über Systeme, in denen relevante Daten gepflegt werden.
Typische Systeme sind:
- ERP,
- PPS,
- CRM,
- Personalsoftware,
- Zeiterfassung,
- Service-Management,
- Projektmanagement,
- Produktionssysteme.
Vor einer Integration sollte immer geklärt werden, welches System für welche Daten führend ist.
Ein Auftrag kann beispielsweise im ERP-System entstehen und anschließend zur operativen Planung übernommen werden. Nach der Planung können nur die tatsächlich benötigten Informationen, etwa Termine oder Statusdaten, zurückgegeben werden.
Welche Betriebsform passt zur eigenen IT?
Neben den Funktionen gehört auch die technische Betriebsform zur Softwareauswahl.
Cloud, externes Hosting und On-Premises unterscheiden sich unter anderem bei:
- internem IT-Aufwand,
- Kontrolle über Infrastruktur,
- Updates,
- Integration vorhandener Systeme,
- standortübergreifendem Zugriff,
- Kostenstruktur.
Eine pauschal beste Variante gibt es nicht. Die Betriebsform sollte zur vorhandenen Infrastruktur und zur langfristigen IT-Strategie passen.
Cloud, Hosting und On-Premises im Detail vergleichen →
Wie sollten Unternehmen Softwareangebote vergleichen?
Eine reine Funktionsliste ist dafür nur bedingt geeignet.
Aussagekräftiger ist ein identischer realer Planungsfall, der mit allen infrage kommenden Lösungen durchgeführt wird.
Ein typischer Test könnte so aussehen:
- Ein neuer Auftrag wird angelegt oder aus einem bestehenden System übernommen.
- Eine geeignete freie Ressource muss gefunden werden.
- Der Auftrag wird eingeplant.
- Eine bereits eingeplante Ressource fällt kurzfristig aus.
- Eine Alternative muss gefunden werden.
- Nachfolgende Termine oder Ressourcen müssen angepasst werden.
- Alle betroffenen Anwender sollen den neuen Planungsstand erkennen.
An einem solchen Szenario lässt sich besser beurteilen, wie gut eine Software den realen Arbeitsalltag unterstützt.
Wie sollten die Kosten verglichen werden?
Ein sinnvoller Kostenvergleich betrachtet nicht nur den Lizenzpreis.
Zu den möglichen Gesamtkosten gehören:
- Softwarelizenzen oder Nutzungsgebühren,
- Einrichtung und Konfiguration,
- Schnittstellen,
- Datenmigration,
- Schulungen,
- interner Projektaufwand,
- Hosting oder eigene Infrastruktur,
- Support und Wartung,
- spätere Erweiterungen.
Diese Gesamtkosten sollten dem erwarteten Nutzen gegenübergestellt werden.
Kosten einer Ressourcenplanungssoftware ausführlich prüfen →
Welche Lösung passt zu welcher Ausgangssituation?
Einfache Planung
Wenige Ressourcen, wenige Planer und geringe Änderungsdynamik.
Mögliche Lösung:Excel, Kalender oder vorhandene Standardfunktionen können ausreichen.
Bestehendes ERP oder PPS
Aufträge und Ressourcen werden bereits in einem zentralen Unternehmenssystem verwaltet.
Mögliche Lösung:Zuerst die vorhandenen Planungsfunktionen prüfen. Eine ergänzende Plantafel nur bei erkennbarem Mehrwert einsetzen.
Komplexe Ressourcenplanung
Mehrere Planer, Ressourcentypen, Systeme und häufige Änderungen.
Mögliche Lösung:Eine spezialisierte Ressourcenplanungssoftware kann sinnvoll werden.
Stark optimierungsgetriebene Planung
Mathematische Reihenfolgeoptimierung, automatische Touren oder komplexe Produktionslogik stehen im Mittelpunkt.
Mögliche Lösung:Zusätzlich spezialisierte APS-, Routing-, Field-Service- oder Produktionssysteme prüfen.
Branchenspezifische Entscheidungshilfen
Die Anforderungen unterscheiden sich deutlich danach, welche Ressourcen und betrieblichen Abläufe geplant werden.
Maschinenbau
Maschinen, Mitarbeiter, Werkzeuge, Arbeitsgänge und Fertigungsaufträge gemeinsam koordinieren.
Ressourcenplanung Maschinenbau →Bauunternehmen
Mitarbeiter, Kolonnen, Geräte, Fahrzeuge und mehrere Baustellen koordinieren.
Ressourcenplanung Bauunternehmen →Service und Außendienst
Techniker, Qualifikationen, Serviceaufträge, Fahrzeuge und Einsatztermine disponieren.
Ressourcenplanung Service und Außendienst →Wo lässt sich Visual Planning einordnen?
Visual Planning ist eine konfigurierbare Software für grafische Ressourcen- und Einsatzplanung. Je nach Anwendung können Mitarbeiter, Maschinen, Fahrzeuge, Projekte, Termine und weitere Ressourcen miteinander verbunden und innerhalb verschiedener Ansichten geplant werden.
Die Lösung kann insbesondere interessant sein, wenn eine flexible grafische Planung benötigt wird, unterschiedliche Ressourcen gemeinsam koordiniert werden sollen oder operative Planungsdaten mit bestehenden Unternehmenssystemen verbunden werden müssen.
Visual Planning ist jedoch nicht automatisch für jedes Unternehmen die richtige Lösung.
Bei einfachen Planungsaufgaben können Excel oder Kalender ausreichen. Wenn ein vorhandenes ERP-, PPS- oder Service-System bereits eine geeignete Planung enthält, kann diese vorhandene Lösung wirtschaftlicher sein.
Benötigt ein Unternehmen dagegen hochspezialisierte automatische Optimierung, kann ebenfalls eine andere Softwarekategorie geeigneter sein.
Die acht Entscheidungshilfen im Überblick
- Ressourcenplanungssoftware im Vergleich: 12 Auswahlkriterien
- Visual Planning oder Excel: Wann lohnt sich der Wechsel?
- Digitale Plantafel oder ERP-/PPS-Plantafel: Welche Lösung passt?
- Kosten: Was kostet die Einführung einer Ressourcenplanungssoftware?
- Betriebsform: Cloud, Hosting oder On-Premises?
- Maschinenbau: Ressourcenplanung für Maschinenbauunternehmen
- Bau: Ressourcenplanung für Bauunternehmen
- Service und Außendienst: Ressourcenplanung für Service- und Außendienstorganisationen
Fazit: Erst den Planungsbedarf klären, dann Software auswählen
Eine gute Softwareauswahl beginnt nicht mit einer Produktpräsentation, sondern mit einer klaren Beschreibung des eigenen Planungsprozesses.
Unternehmen sollten zunächst bestimmen, welche Ressourcen geplant werden, wo heute konkrete Probleme entstehen, welche Systeme bereits vorhanden sind und welche Daten tatsächlich benötigt werden.
Erst danach lässt sich sinnvoll entscheiden, ob Excel oder eine vorhandene Unternehmenssoftware ausreicht, ob eine spezialisierte Ressourcenplanung notwendig wird und welcher Einführungsaufwand gerechtfertigt ist.
Die acht Entscheidungshilfen auf dieser Seite ermöglichen es, diese Fragen Schritt für Schritt zu vertiefen.
Häufige Fragen zur Auswahl einer Ressourcenplanung
Welche Ressourcenplanungssoftware ist die beste?
Eine allgemein beste Lösung gibt es nicht. Entscheidend sind Art und Anzahl der Ressourcen, Anzahl der Planer, erforderliche Schnittstellen, Planungskomplexität und gewünschter Einführungsaufwand.
Wann reicht Excel für die Ressourcenplanung?
Excel kann ausreichend sein, wenn wenige Ressourcen geplant werden, nur wenige Personen Änderungen durchführen und keine komplexen Integrationen oder Planungsregeln benötigt werden.
Brauche ich eine zusätzliche Plantafel, wenn bereits ein ERP vorhanden ist?
Nicht zwingend. Wenn das vorhandene ERP oder PPS die operative Planung ausreichend unterstützt, kann eine zusätzliche Anwendung unnötig sein.
Welche Daten müssen in eine Ressourcenplanungssoftware übernommen werden?
Nur Daten, die für Planung und Entscheidungen tatsächlich benötigt werden. Dazu können Ressourcen, Verfügbarkeiten, Aufträge, Termine, Prioritäten und Qualifikationen gehören.
Wie sollte eine Ressourcenplanungssoftware getestet werden?
Am besten anhand eines realen Planungsfalls aus dem eigenen Unternehmen, einschließlich einer kurzfristigen Änderung oder eines Ressourcenausfalls.
Ist Visual Planning für jedes Unternehmen geeignet?
Nein. Visual Planning kann für flexible und grafische Ressourcenplanung interessant sein. Für sehr einfache Planungsprozesse oder für hochspezialisierte Optimierungsaufgaben können andere Lösungen geeigneter sein.
